Capuis, M: Ouverture
per Orchestra (1942)
orchestra (ORCH)
Capuis, M: Ouverture
per Orchestra (1942)
orchestra (ORCH)
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Die Ouverture für Orchester (1942) von Matilde Capuis ist ein frühes symphonisches Werk für klassisches Orchester. Es steht stilistisch zwischen Spätromantik und moderner Tonsprache und ist historisch bemerkenswert, weil seine geplante Aufführung 1942 aus sexistischen Gründen verhindert wurde. Das Werk entstand während Capuis’ Studienzeit an der Accademia Musicale Chigiana in Siena und war schon bei der ersten Aufführung ein Politikum: 1942 sollte die Ouvertüre im Rahmen eines Abschlusskonzerts aufgeführt und per Radio übertragen werden. Als der Dirigent Antonio Guarnieri gegen Ende der Proben erfuhr, dass sich hinter der vorsorglichen Tarnung „M. Capuis“ eine Frau verbarg, wischte er die Noten vom Pult und brüllte: „Nie werde ich das Werk einer Frau dirigieren.“ Das einsätzige Werk verbindet eine klare, klassische Form mit einer expressiven und melodisch geprägten Tonsprache. Charakteristisch ist der Kontrast zwischen einem energischen, rhythmisch markanten Hauptgedanken und lyrischen, gesanglichen Passagen, die vor allem in den Holzbläsern und Streichern erscheinen. Capuis’ Musik bleibt der erweiterten Tonalität verpflichtet und verzichtet bewusst auf radikale avantgardistische Experimente. Stattdessen steht der Ausdruck persönlicher Emotionen und eine kantable Melodik im Mittelpunkt ihres Kompositionsstils. Die Ouvertüre zeigt bereits früh ihre sichere Beherrschung der Orchesterfarben und ihre Vorliebe für den warmen Klang der Streicher. Heute gilt das Werk als eindrucksvolles Beispiel italienischer Orchestermusik der 1940er-Jahre.
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- Capuis, M: Ouverture - per Orchestra (1942)