Marsch der Blaukehlchen
Marsch der Blaukehlchen
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Vorwort Der MARSCH DER BLAUKEHLCHEN von Leos Janácek ist eine 1924 entstandene, 1928 gedruckte Originalkomposition des bedeutenden mährischen Komponisten, die er in Erinnerung an seine Jugendzeit als Sängerknabe und Klosterschüler in Brünn verfaßte. In ihr mischen sich Elemente optischer Art (die blaue Tracht war das Wahrzeichen der Klosterzöglinge) mit solchen akustischer Wahrnehmung (der Komponist erlebte 1866 als 12 jähriger den Einmarsch der preußischen Truppen in der mährischen Hauptstadt mit ihrer nicht eben dezenten Feldmusik). In der originalen Fassung ist das kleine Werk für Pikkolo und Klavier konzipiert. Die Fassung à 4 verleiht ihm nunmehr einen eigenen Klangaspekt und wird sicherlich mit zu seiner weiteren Verbreitung beitragen, die diesem gerade auch harmonisch reizvollen Stück angemessen und deshalb sehr zu wünschen ist. Beethovens TÜRKISCHER MARSCH entstammt dagegen einem Bühnenwerk, nämlich dem Singspiel- Schauspiel mit Musik „Die Ruinen von Athen“ op. 113, welches der Komponist im Jahre 1811 auf einen Text von August von Kotzebue als Auftragswerk zur Eröffnung des neuen Theaters in Pest verfaßte. Unter den acht Musiknummern findet sich als Nr. 4 die Marcia alla turca, die als reines Instrumentalstück das Herannahen und Sich Entfernen einer Janitscharentruppe schildert. Die Orchesterbesetzung des Marsches ist reichhaltig, enthält aber keine Flöten, dafür jedoch ein Pikkolo, abgesehen von den für die lärmintensive Janitscharenbesetzung ebenso typischen Schlaginstrumente Triangel, Becken und Große Schellentrommel. Die Fassung für zwei Kleine und zwei Große Flöten versucht, den Charakter dieser besonderen Klangpalette auf ihre Weise sinnfällig zu machen. Da auch die preußische Militärmusik seit Ende des 18. Jahrhunderts von der Feldmusik der Janitscharen-Corps stark beeinflußt worden ist, lassen sich in der Kombination der beiden Märsche von Janácek und Beethoven durchaus auch inhaltliche Bezüge herstellen. Um nun auch aufführungspraktisch eine einleuchtende Formung herzustellen, empfiehlt es sich, folgende Anordnung zu treffen: Janácek – Beethoven – Janácek. Spieltechnischer Vorteil: Jeder der vier Ausführenden hat die Chance, auch sein Pikkolo zur Hand zu nehmen und sich damit vernehmen zu lassen. Detmold, im Frühling 1996 Richard Müller-Dombois
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